Projekt

Celine Berger: Auf leisen Sohlen

Das „Post-it“ mit einer rätselhaften Botschaft, das eines Morgens in der Teeküche an der Kaffeemaschine klebte. Die Margeriten, die ein Techniker einer Lieferantenfirma auf sein Besprechungsprotokoll zeichnete. Der Kollege, der drei Schritte auf Händen in der Produktionshalle ging – für Celine Berger (*1973), die nach einer Karriere als Ingenieurin in der Halbleiterindustrie seit 2009 als Künstlerin arbeitet, waren dies unbewusste künstlerische Interventionen. Denn die Ereignisse widersprachen dem Erwarteten, verschoben die Ordnung der Dinge, versetzten die Wirklichkeit kurz in Schwingungen. Celine Berger dokumentiert im Rahmen von VISIT solche künstlerischen Interventionen und schreibt sie fort, um sie erneut zu inszenieren. Als Gast beim Team des innogy Offshore-Windparks auf Helgoland ist sie auf der Suche nach Momenten, Objekten, Orten, Blickwinkeln oder Erzählungen. Sie hält diese schriftlich, fotografisch oder filmisch fest. In einer zweiten Phase des Projekts präsentiert sie Teile dieser Sammlung – ohne Vorankündigung, eingebettet in den Arbeitsalltag – vielleicht als Spruch gedruckt auf einer Kaffeetasse oder auch als Video im Intranet. So werden die Mitarbeiter gleichermaßen zu Produzenten und Rezipienten eines künstlerischen Prozesses. #VISIT2017

Website von Celine Berger