Projekt

Christoph Görke: SMD

Wie eine Gesellschaft ihren öffentlichen Raum gestaltet, lässt Rückschlüsse auf deren Werte, Wohlstand und technischen Fortschritt ziehen. Christoph Görke greift aus diesem Zusammenhang die riesigen LED-Bildschirme auf, die nach und nach viel besuchte Plätze und Transitzonen erobern. „SMD“ ist der Titel seiner Arbeit und gleichzeitig Abkürzung für ein Bauteil eben dieser Bildschirme: „Surface-Mounted Device“ (dt.: oberflächenmontiertes Bauelement). Über mehrere Monate möchte sich das Künstler in den Räumlichkeiten der innogy SE aufhalten und sich dem detailgetreuen und gleichzeitig großdimensionalen Nachbau einer solchen Einheit befassen – aus Altpapier-Verbundstoff und ohne sämtliche elektronischen Elemente. Damit entsteht ein unbewegter Monolith, der, seiner Funktionen beraubt und bloßes Abbild ist, seine Form der Repräsentation ändert: er fragt nach der Verantwortung für Ressourcen, Produktionsprozessen und geteilte Güter. 

#VISIT2019