Projekt

Sam Hopkins: Die Dauercamper

„Die Dauercamper“ ist eine Klanginstallation. Schauplatz der Geschichte ist eine unabhängige Gemeinde in einer imaginierten nahen Zukunft. Europa wurde zur Dystopie bröckelnder Wirtschaftssysteme, Corporate Governance, fremdenfeindlichem Populismus und Umwelkatastrophen. Diese extremen Umstände säten Misstrauen gegenüber der demokratischen Grundordnung des politischen Systems, die Gesellschaft zersplitterte in eine Vielzahl autonomer, unabhängiger Gruppierungen.

Die Arbeit von Sam Hopkins dreht sich um einen erbitterten Streit zwischen Karl und Else Bauer, die in einem Caravan in den Überbleibseln einer solchen Gemeinschaft leben. Ihr ganzes Leben lang strebten sie nach politischer und kultureller Autonomie, versorgten sich selbst und lebten energieautark. Jetzt sind sie sich grundliegend uneinig darüber, wie sie ihren ethischen und moralischen Grundsätzen in einer Welt weiter folgen können, durch die sie immerzu kompromittiert werden.

„Die Dauercamper“ ist ein immersives Radio-Stück, das die abstrakten Prinzipien von Unabhängigkeit und Autonomie dramatisiert. Es befragt ein grundsätzliches Dilemma: Wie kann man sich die Scheinheiligkeit des eigenen Lebens eingestehen und gleichzeitig der eigenen politischen Handlungsmacht bewusst sein?

Vom 4. Mai bis 30. Juni 2019 wird „Die Dauercamper“ zum ersten Mal im Rahmen von „Ruhr Ding: Territorien“ präsentiert.

Der britisch-kenianische Künstler Sam Hopkins (*1979) profitierte auch an anderer Stelle vom VISIT-Stipendium: Das innogy Netzwerk half ihm seine Arbeit „Ministry of Plastic“ vor dem Dortmunder U als Teil des „Innovative Citizen“ Festivals im Dezember 2017 sowie 2018 zur PlastikBudget Konferenz am KWI in Essen auszustellen.

Website von Sam Hopkins